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Das Projekt - Übersicht

Autor:
A. R. Genazzani
Gynaecologist - Project Coordinator
Letzte Änderung: 21/02/2003


Die meisten Frauen leben lange genug bis zum Eintritt der Menopause. Moderne Technologie und medizinische Forschung haben menschliche Gesundheit drastisch, besonders in industrialisierten Ländern, verbessert. Als Folge hat sich die mittlere Lebenserwartung für Frauen in entwickelten Ländern erhöht: die durchschnittliche Lebenserwartung der weiblichen Bevölkerung ist im letzten Jahrhundert von 40 auf 82 Jahre angestiegen. Das mittlere Alter der Frauen in westlichen Ländern zum Eintritt der Menopause liegt bei 51 Jahren, also Frauen leben fast 30 Jahre ihres Lebens (etwa ein Drittel) in der postmenopausalen Periode. Menopause ist keine Krankheit, aber es kann mit der Unannehmlichkeit verbunden sein wie Hitzewallungen und Schlafstörungen, einer dadurch bedingten verringerten Lebensqualität und eine Zunahme chronischer Krankheiten ( Osteo-porose, kardiovaskuläre Krankheiten, Kolonkarzinom u. v. a. m.). Die Menopause betrifft jede Frau und Frauen leben jetzt länger als irgendwann früher. Leider bedeutet längeres Leben nicht bessere Lebensqualität, folglich sind die Entscheidungen, die in Zusammen-hang mit der Menopause getroffen werden, bedeutsam unter dem Aspekt von Public Health. Es konnte gezeigt werden, dass die Kosten, die Erkrankungen, die nach der Menopause auftreten, nach sich ziehen, in der nahen Zukunft wachsen werden und mit einem besseren Frauengesundheits-Management verringert werden könnten.

Es ist bekannt, daß das Fehlen von korrekten und nützlichen Informationen eines der größten Probleme für Frauen des menopausalen Übergangs ist. Das Internet, wenn man es richtig benutzt, könnte das am besten geeignete Mittel für Bereitstellung von Informationen sein. Zur Zeit sind die gesundheitsbezogenen Webseiten die am häufigsten benutzten im Internt. Sites im Internet, und Benutzerinnen und Benutzer drucken oft den gefundenen Inhalt aus, um mit ihrer Ärztin / ihrem Arzt darüber zu diskutieren. Etliche Internetportale behandeln das Thema Wechseljahre und Menopause. Diese Portale können in drei Hauptgruppen aufgeteilt werden:

1. Webseiten erstellt durch Unternehmen (pharmazeutische / biomedizinische Firmen). Diese Seiten bieten normalerweise fokussierte Informationen an. Leider ist die Grenze zwischen Information und Produktwerbung oft nicht klar erkennbar
2. Webseiten erstellt durch nationale und internationale Gesellschaften. Der Inhalt dieser Webseiten ist qualitativ oft gut, meistens sind die Informationen nur in englischer Sprache verfügbar
3. Webseiten erstellt durch Einzelne, einzelne Gruppen von Ärztinnen / Ärzten, oder Frauen(gruppen). Auch der Inhalt dieser Webseiten ist qualitativ unterschiedlich.

Das WOMAN Konsortium , hatte den Eindruck, dass derzeit ein Mangel besteht für eine unabhängige europäische internetbasierte Informationsquelle, die hohe Qualität in verschiedenen europäischen Sprachen bietet, insbesondere für die Bereiche Frauengesundheit und Menopause. Daher wurde im WOMAN Projekt, ein durch die EU gefördetes TAP Projekt (1998-2000), die Homepage (www.womanlab.com)erstellt, diese bietet neue, qualitativ hochwertige Informationen für Frauen und im Gesundheitswesen Tätige in vier Sprachen an. Diese Information wird verbessert, aktualisiert und kulturell adaptiert übersetzt in alle Europäische Sprachen, innerhalb des Projekts WOMAN-II.

Es ist gut bekannt, dass im Gesundheitswesen Tätige Informationen zur Kontinuität von gesundheitlicher Versorgung nachfragen und Interaktion zwischen verschiedenen Gruppen, die im Bereich der Frauengesundheit arbeiten, (z. B. Allgemeinmediziner, Gynäkologen) wünschen.

Unterschiede in verschiedenen europäischen Regionen hinsichtlich genetischer, kultureller, Ernährungs- und Umwelt-Faktoren können die Menopause und die Morbidität und Mortalität verschiedener Erkrankungen beeinflussen, und damit auch individuelle und soziale Kosten. Austausch und Vergleich von Informationen hat einen Einfluß auf diese regional unterschiedlichen und gemeinsamen Faktoren in verschiedenen europäischen Regionen. Eine effiziente primäre Prävention von häufigen Erkrankungen zur Verminderung von Morbidität und Mortalität ist verbunden mit effektiver Teilhabe von Frauen am Prozess der Prävention. Diese Teilhabe würde nicht nur direkte Kosten für die Gesundheitsversorgung, sondern auch versteckte oder nachfolgende Kosten als Folge von Krankheitsbehandlung senken. Eine Verhinderung der Entwicklung von ernsthaften Krankheiten ist offensichtlich nicht nur aus medizinischer Sicht, sondern auch aus ökonomischen Gründen erwünscht.

Es gibt eine zunehmende Aufmerksamkeit für das Gesundheits-thema Wechseljahre und angrenzende Gebiete, auch wenn bei-spielsweise nicht alle im Gesundheitswesen Tätigen der Idee einer Behandlung mit Hormonen (menopausale Hormontherapie) zu-stimmen. Die Menopause ist ein natürliches Lebensereignis, daher sind viele Frauen und im Gesundheitswesen Tätige überzeugt, das medikamentöse Therapien nicht nötig sind. Die meisten Frauen, die eine Hormontherapie anwenden, tun dies wegen vasomotorischer Symptome (Hitzewallungen, Schlafstörungen) und zur Vorbeugung einer Osteoporose.

Es ist offensichtlich, dass eine besseres Verständnis von fakultativen Beschwerden in den Wechseljahren durch Zugang zu Informationen erleichtert wird.

Wünschenswert wären grosse wissenschaftliche Studien in Europa, um für die Frauengesundheit relevante Themen adäquat gleichzeitig in verschiedenen europäische Regionen bearbeiten zu können.

Das WOMAN-I Projekthat eine innovative elektronische Plattform aufgebaut, die elektronische Patientinnen Akte zur Erfassung, Verwaltung und Austausch von Datensätzen innerhalb spezialisierter Zentren, die Frauen beraten und behandeln. JAVA / XML-Technologie wurde angewendet; dies ist eine Meilenstein in der Schaffung eines europäischen Standards.

Weitere Servicefunktionen wie online-Beratung und online-Arrangement eines Beratungstermins in einem medizinischen Zentrum wurden etabliert.

Ergebnisse des WOMAN-I-Projekts wurden innerhalb der scientific community vorgestellt. Die Europäische Menopause und Andropause Gesellschaft (EMAS) unterstützen die Ergebnisse des Projekts. Dies wird die Dissemination unterstützen. Mitglieder des WOMAN-Konsortiums.

Die Ergebnisse des Projekts sind unserer Auffassung nach marktreif. Weitere Entwicklungen sind jedoch noch nötig, um auf dem europäi-schen Informationsmarkt bestehen zu können. Die Validierung des bisherigen Inhalts des internetbasierten Informationssystems ist die Hauptaufgabe von WOMAN-II.


 
Tabelle1 Lebensqualität und Wechseljahre Einflussfaktoren
  • Hitzewallungen
  • Psychologische Belastungsfaktoren
  • Veränderungen urogenitaler Funktionen Veränderungen von Sexualität
  • Veränderungen der Körperkonfiguration
  • Osteoporose
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Demenz


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Lettes Update: 21/02/2003